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Interview 2013

Jan Scholz und Nils Einsfelder

Interview mit den Bachelor-Studenten Jan Scholz und Nils Einsfelder

Herr Scholz, ich weiß, Sie sind Quereinsteiger im Lehramtsstudiengang. Vorher haben Sie Biologie auf Bachelor of Science bis zum fünften Semester studiert. Warum sind Sie schließlich in den Lehramtsstudiengang gewechselt?

Jan: Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen habe ich im Verlaufe des Studiums ein bisschen die Perspektive aus den Augen verloren. Ich konnte mir nicht mehr vorstellen, später ständig im Labor zu sein, wie man es während des Studiums ja noch ist. Ich habe gemerkt, dass das nicht meins ist. Am meisten mochte ich immer das Sprechen über die Biologie – sei es mit Tischassistenten oder mit Kollegen. Außerdem habe ich vor dem Studium im Zuge eines FSJ ein Jahr lang Sport unterrichtet. Das hat mich letztlich eingeholt.

Und wie empfinden Sie Ihren Wechsel im Nachhinein? Hat Sie etwas überrascht oder gab es Enttäuschungen?

Jan: Enttäuschungen gab es keine. Ich empfinde es als sehr positiv, dass das Lehramtsstudium sehr klar strukturiert und geordnet ist, was ich im Vorfeld nicht gedacht hätte.

Wie gefällt Ihnen die Auseinandersetzung mit der Lehre direkt zu Beginn Ihrer Ausbildung?

Jan: Die finde ich ganz wichtig. Ich glaube, dass es falsch ist, sich jahrelang erst mit Theorien und Fachinformationen ausei-nanderzusetzen und erst nach einigen Jahren in die Praxis zu gehen, wie es ja in den alten Lehramtsstudiengängen der Fall ist. Dann hat man zum Teil Menschen, die zwar fachlich sehr gut sind, aber zu spät merken, dass die Lehre und der Umgang mit Schülerinnen und Schülern nichts für sie ist. So, wie wir das jetzt in der Fachdidaktik haben, nämlich mit Schulpraktischen Studien, mit Referaten, Gruppenarbeiten und vielem mehr, so ist es genau richtig. So erkennt man sehr früh im Studium: Ist das etwas für mich oder nicht?

Und wie haben Sie sich heute beim Lehren vor einer ganzen Klasse gefühlt?

Jan: Super! Das war ja, wie eben erwähnt, nicht das erste Mal für mich, dass ich unterrichtet habe. Insofern kenne ich das schon ein bisschen. Aber heute hat es mir besonders gut gefallen. Die Klasse war super und  sehr engagiert. Außerdem ist ein außerschulischer Lernort immer etwas Besonderes – und das nicht nur für Schülerinnen und Schüler.

Herr Einsfelder, wie hat Ihnen das hier an diesem außerschulischem Lernort in Nettersheim gefallen?

Nils: Ich empfand es hier auch als sehr positiv. Wir waren ja im Vorfeld schon zwei Mal hier und haben hospitiert. Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich Lehrstrategien bei verschiedenen Lehrkräften sein können. Darauf basierend haben wir dann unsere eigene Lehrstrategie entwickelt. Ich fand es auf jeden Fall sehr schön gemacht und der Ort hier ist auch super gewählt. Es hat den Bonus, dass die Schülerinnen und Schüler hier wirklich aktiv dabei sind und wirklich etwas tun. Im Vergleich zu den Erfahrungen aus dem Orientierungspraktikum ist es hier einfach anders.

Inwiefern anders?

Nils: Es ist angenehmer. Es gibt nicht diese strenge Struktur, die man sonst hat. Man ist nicht permanent in einem Gebäude, es gibt keine Klingel, man ist quasi in einem geschützten Raum. Außerschulische Lernorte sind etwas Besonderes für die Schülerin-nen und Schüler. Sie haben Spaß am Lernen und nehmen dadurch auch viel mehr mit als im normalen Unterricht. Das haben mir auch einige Schülerinnen und Schüler im Nachhinein gesagt.

Wie war die Betreuung durch die Dozenten?

Nils: Beide Dozenten waren sehr offen. Sie haben uns Gelegenheit gegeben, mit ihnen zu reden und haben uns Feedback gegeben. Insgesamt also sehr gut.

Was bedeutet die Erfahrung heute für Ihren weiteren Ausbildungsweg?

Jan: Ich würde sagen, es verändert jetzt nicht groß etwas, aber es festigt das, was man bis jetzt erfahren und erlebt hat. Es festigt vor allem das, was man bis jetzt im Seminar gelernt hat. Es zeigt, wie wichtig das Lernen mit allen Sinnen doch ist, was im Unterricht immer wieder angesprochen wurde.

Nils:  Für mich leisten die heutigen Erfahrungen einen großen Beitrag zur Zielfindung, da ich gemerkt habe, dass es ganz wichtig ist, ein gewisses Fachwissen zu haben. Es macht aber auch gleich viel mehr Spaß, sich in Fachinhalte hineinzudenken, wodurch man freiwillig nachliest und nachforscht.

 

Vielen Dank für das Interview. Für Ihren weiteren Ausbildungsweg wünschen wir Ihnen alles Gute!